Dienstag, 25. Oktober 2022

Rezension: When We Dream von Anne Pätzold

Titel: When We Dream







Originaltitel: -







Autor*in: Anne Pätzold (DE)




Reihe/Band: Love NXT #1


Tracks: 166                                                    Sprecher*in: Leonie Landa


Verlag: LYX.audio                                         Medium: Hörbuch


Erscheinungsdatum: 30.04.2020


Genre: New Adult / Romance


Protagonist*in: Ella                                      Spielort: Chicago




Klappentext:


Wenn sich der größte K-Pop-Star der Welt, in ein ganz normales Mädchen verliebt ... Die 19-jährige Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer älteren Schwester in Chicago. Die Stadt ist ihr zu groß, zu laut, zu voll, und am liebsten würde sich Ella mit ihren Büchern und ihrem Zeichenblock in ihr Zimmer zurückziehen und die Außenwelt, so oft es geht, vergessen. Doch dann lernt sie Jae-yong kennen. Dass er ein Mitglied der bekanntesten K-Pop-Gruppe der Welt ist, weiß sie nicht. Was sie weiß, ist, dass der junge Mann mit den tiefbraunen Augen ihre Welt von einem Moment auf den anderen aus den Angeln hebt ...



Meine Meinung:

Cover-Titel-Inhalt: Das Cover ist in dem im Moment vorherrschenden Stil der New Adult und Romance Bücher gehalten, die zwar alle sehr schön anzusehen sind, für mich aber immer etwas inhaltslos wirken. Es könnte jedes andere Buch dahinterstecken. Leider gilt das auch für den Titel, beim Hören konnte ich nicht erkennen, was dieser mit dem Inhalt des Buches zu tun hat.
Schreibstil / Humor: Wenn ich so darüber nachdenke kann ich mich nicht daran erinnern, dass ich je ins Prusten gekommen bin, beim Hören. Der Schreibstil ist nicht besonders hängen geblieben, was aber ein gutes Zeichen ist, das heißt nämlich, dass ich ihn nicht "schlecht" fand, denn sonst hätte ich mich auf jeden Fall daran erinnert.
Vorhersehbarkeit: Die Geschichte war ehrlicherweise schon relativ vorhersehbar und hat sich leider auch ziemlich gezogen. Natürlich ist Slow-Burning nicht unbedingt schlecht, nur kam es mir in diesem Fall leider etwas zu slow vor. Mindestens drei Kapitel hätte man sich auch sparen können und es hätte der Geschichte nichts gefehlt.
Charaktere/Worldbuilding:Ella, die Protagnosistin, wohnt seit dem Autounfall ihrer Eltern gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Liv bei der älteren Schwester in Chicago. Vielleicht liegt es daran, dass Ella das Sandwich-Kind ist, aber ich konnte nicht so richtig mit ihr warm werden, obwohl wir beide eine Vorliebe für Bücher und Süßes haben. Aber Ella ist mir zu sehr auf sich selbst fixiert. Die große Schwester ist schuld, dass sie sich für diesen Studiengang entschieden hat, die große Schwester redet nicht über die Eltern, die große Schwester hat sich immer unter Kontrolle. Dabei bedenkt Ella nie, warum Mel so handelt wie sie handelt. Mel bringt das Geld nach Hause, Mel ist immer noch für Liv die Erziehungsberechtigte und gleichzeitig trauert auch sie um ihre Eltern. Im Gegensatz zu ihren Schwestern, war sie nicht dabei, sondern gerade dabei sich in ihrer eigenen Welt zu orientieren und hat plötzlich die Verantwortung für ihre beiden Schwestern. Als älteste Schwester wäre es mein größter Alptraum, plötzlich allein für meine Geschwister verantwortlich zu sein, und, wenn Ella ehrlich wäre, hätte es ihr auch nicht gepasst, wenn Mel immer wieder einen Zusammenbruch gehabt hätte. Ich verstehe auch dieses "wir haben keine Geheimnisse, weil wir so eng sind" nicht wirklich. Die drei interagieren fast gar nicht zu dritt und Ella interessiert sich auch nicht wirklich für die Interessen ihrer jüngeren Schwester, sonst hätte es dieses KPop-Drama überhaupt nicht gegeben. Auch wenn ich mich nicht für alle Dinge meiner kleinen Schwester interessiere, so hab ich doch wenigstens eine Grundahnung davon. Leider finde ich auch Ellas Verhältnis zu ihren Freunden sehr schwierig. Sie passt in der Uni nicht auf oder kommt gar nicht und borgt sich ständig die Mitschriften ihrer "Freunde", mit denen sie aber nur in der Vorlesung interagiert. Ähnlich ist es auch mit Erin, ihre angeblich beste Freundin kommt immer nur so zwischendrin vor, auch wenn es deutlich besser ist als mit allen anderen Personen. Kommen wir nun zu Jae-yong. Ein internationaler K-Pop Star, der sich aus mir unerfindlichen Gründen für Ella interessiert. Besonders beim ersten Treffen hat sich Ella ihm gegenüber nicht sehr freundlich verhalten, im Gegenteil hatte es eher schon rassistische Züge. Nun ja, trotzdem beginnen die beiden sich zu schreiben, nur irgendwie ist bei mir der Funke nicht übergesprungen. Was leider für das ganze Buch gilt, der Funke ist nicht übergesprungen. Einzig positives: die Umwelt um Ella finde ich ganz gut aufgebaut, auch wenn die "Uni" etwas misskonzipiert ist. Allerdings habe ich von Korea außerhalb der Musikindustrie, und selbst die finde ich sehr blass, nicht viel mitbekommen.
Sprecher*in: Mit Leonie Landa konnte ich mich leider nicht richtig anfreunden.Wenn ein Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, dann gehen der Sprecher und der Charakter automatisch inneinander über und Ellas Stimme war also Frau Landas. Warum man eine Stimme jetzt mag oder nicht hat allerdings sehr viel mit persönlichen Vorlieben zu tun, wofür der Sprecher nichts kann. Trotzdem hätte ich mir einfach eine größere Differenzierung gewünscht.

Impressionen:


"Arbeiten sie den ausgehändigten Text bis zum nächsten Mal durch."

Fazit:

Ich habe relativ lange für das Hörbuch gebraucht, was leider größtenteils daran lag, dass ich Probleme hatte Ellas Handlungen nachzuvollziehen und auch die Liebesgeschichte hat mich nicht wirklich gepackt. Wahrscheinlich werde ich irgendwann den nächsten Band konsumieren, vielleicht aber lieber als Buch. (3 von 5 Sternen)


Autor*in:

Anne Pätzold wurde 1997 geboren und lebt in Hamburg. Sie ist ausgebildete Buchhändlerin, und ihre große Leidenschaft sind Bücher, Bananenbrot und Südkorea. Wenn ihr euch mit Anne über das Schreiben, das Lesen oder K-Pop austauschen wollt, findet ihr sie auf Instagram (@annelovesbooks). Sie freut sich, von euch zu hören!




Reihe:

#1 When We Dream
#2 When We Fall
#3 When We Hope
#3.5 When We Begin

Sonntag, 23. Oktober 2022

Sternenhimmel oder Wie ich 5 Sterne vergebe

 

https://wpmediastorage.blob.core.windows.net/grabcaruber/2017/05/5-stars-rating-1038x214.png 

 Diese fünf Sterne kennt wohl jeder. Fünf Sterne, Jahreshighlight besser geht es nicht. Nur wie wird aus diesen fünf Sternen eine solide Bewertung?

Mein Lehramtsstudium scheint doch seine Früchte zu tragen und ich habe mir ein festes Bewertungssystem überlegt, dass ich ab jetzt anwenden will. Problematischerweise sind mir durchaus mehr Kategorien eingefallen als fünf und da halbe Sterne nur hier im Block eine Option sind, nicht aber in Bewertungsapps wie Lovelybooks und Goodreads, musste ich etwas kreativ werden.

 

1. Stern: Cover-Titel-Inhalt (ganzheitliches Konzept)

Im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, dass es mir wichtig ist, dass das Produkt "Buch" in sich stimmig ist. Das Cover soll nicht nur schön anzusehen sein, sondern auch etwas mit dem zu tun haben, was in den Seiten steht. Gleiches gilt für den Titel. Beim Lesen soll ich verstehen, was mit dem Titel gemeint ist, wenn es nicht eh von vornherein klar ist.

2. Stern: Charaktere

Die Charaktere tragen die Geschichte und gehören damit zum wichtigsten Teil eines Buches. Ich muss die Handlungen der Charaktere nachvollziehen können, damit ich mit einem Buch zufrieden bin.

3. Stern: Worldbuilding

Spielt das Buch in der Zaubererwelt, dann muss diese Welt ausgearbeitet sein und nicht nur zwischendrin mal Erwähnung finden. Spielt das Buch beispielsweise in Berlin, dann muss ich das Gefühl haben durch die Straßen Berlins zu wandern, etc. Das geht nur, wenn die Autor*in beim Schreiben großen Wert auf das Setting drumherum legt.

4. Stern: Humor und Schreibstil

Wenn ich ein Buch kaufe, dann gebe ich mittlerweile durch die gestiegenen Buchpreise viel Geld aus. Wenn ich dann das Buch lese, dann will ich nicht das Gefühl haben, dass ich den Text einer Person lese, die gerade die Schule abgeschlossen hat. Das klingt vielleicht hart, aber je höher die Ansprüche an mich durch die Uni werden, desto mehr erwarte ich das auch von professionellen Produkten. Gleichzeitig kann auch ein "schlechter" Schreibstil gerettet werden, wenn genügend Humor vorhanden ist. Für den richtigen Lesegenuss, muss ich zwischendrin einfach mal herzlich Lachen können oder losprusten. Humor ist mir noch wichtiger als ein angemessener Schreibstil.

5. Stern: Vorhersehbarkeit

Leider geht es mir häufig so, dass ich die Handlung recht leicht voraussagen kann, was dem Buch leider die Spannung nimmt. Ein Buch kann für mich also zum Highlight werden, wenn mich die Handlung komplett im Dunkeln lässt.


Die fünf Kategorien sind recht strikt und klar festgelegt, trotzdem kann es sein, dass ein Buch mich, obwohl vielleicht nicht alle fünf Punkte erfüllt sind, einfach total mitnimmt und trotzdem eine bessere Bewertung bekommt. Beispielsweise wenn ich ein Buch nicht aus der Hand legen kann oder ich mich einfach total wohlfühle.


Sonderfall Hörbuch:

Auch ein Hörbuch hat nur fünf Sterne als Bewertung, aber bei diesem Produkt kommt noch der Aspekt des Sprechers hinzu. Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich die Kategorie bei Hörbüchern mit einführen soll, aber die Sprecher*in spielt nun mal einen wesentlichen Teil des Konsums. Der falsche Sprecher kann das ganze Buch kaputt machen, weshalb bei der Bewertung eines Hörbuches der Sprecher einen Stern ausmacht und dafür Worldbuilding und Charaktere zusammengelegt werden.

 

Dienstag, 18. Oktober 2022

Rezension: Weit weg und ganz nah von Jojo Moyes

Titel: Weit weg und ganz nah







Originaltitel: The One plus One








Autor: Jojo Moyes (UK)



Kapitel: 42                                                     Seiten: 508


Verlag: rowohlt Polaris


Erscheinungsdatum: 23.05.2014


Genre: Romance


Protagonist: Jessica Thomas                         Spielort: South East England




Klappentext:

Einmal angenommen … 
… dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher 
… Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast? Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?


Meine Meinung:

Ich mag, dass der rowohlt-Verlag sich bei Jojo Moyes für ein Cover-Design entschieden hat, man erkennt sofort welche Bücher zu ihr gehören.
Sehr typisch für Jojo Moyes ist, dass die Geschichte aus mehreren Point-of-Views dargestellt wird. Manche Leser empfinden dies als etwas anstrengend, ich dagegen habe das zu schätzen gelernt, so ist es einfach viel besser möglich die ganze Geschichte aus allen Perspektiven zu erfahren ohne, dass dafür gleich fünf weitere Bücher geschrieben werden müssten.
Typisch für Jojo Moyes sind auch die ernsten Themen. In dem Fall zum einen eine Familie, die einfach nicht genug Geld hat, obwohl Jess mehrere Jobs hat. Dann kommt noch das Problem hinzu, dass ihr Sohn Nicky Make-Up mag und deshalb von seinen Mitschülern schikaniert wird und das ihre Tochter Tanzie hochbegabt ist und eigentlich mehr Förderung bräuchte. Ed Nicholls hingegen hat genug Geld, aber leider ist er auch sehr gut gläubig und wird in illegale Geschäfte hineingezogen.
Dabei haben alle Charaktere ihre Ecken und Kanten, was das alles noch "realistischer" erscheinen lässt. Zu dem lässt sich bei allen eine deutliche Entwicklung beobachten.
Gerade jetzt inmitten dieser Pandemie, sollte man sich Jess Lebenseinstellung zu Herzen nehmen. Obwohl sie wahrlich nicht das beste Leben hat, versucht sie doch wenigstens positiv zu bleiben und das Beste daraus zu machen.
Jojo Moyes Schreibstil gefiel mir auch in diesem Buch wieder richtig gut, eine gute Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor.



Impressionen:


"Ed Nicholls trank gerade im Kreativraum mit Ronan Kaffee, als Sidney hereinkam."


"Du siehst aus als ob jemand dir die Nase eingeschlagen hat. - So war's ja auch. Mein eigenes Auto, dank dir."


Fazit:


Auch dieses Buch von Jojo Moyes konnte mich wirklich überzeugen.



Autorin:

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Der Roman «Ein ganzes halbes Jahr» machte sie international zur Bestsellerautorin. Zahlreiche weitere Nr. 1-Romane folgten. Jojo Moyes lebt mit ihrer Familie auf dem Land in Essex.

Samstag, 13. März 2021

Rezension: Ein Lied, mein Leben und was sonst noch schief gehen kann von Tini Wider

Titel: Ein Lied, mein Leben und was sonst noch schiefgehen kann







Originaltitel: -








Autor: Tini Wider (Österreich / Kanada)



Kapitel: 21                                                     Seiten: 368


Verlag: tredition


Erscheinungsdatum: 27.10.2020


Genre: Jugendbuch, Romantasy


Protagonist: Gillian "Lilly" Gaesegg           Spielort: Berlin




Klappentext:

Als Lillys Mutter unerwartet stirbt, ist die Siebzehnjährige gezwungen ihre beschauliche Heimatstadt zu verlassen. Bei ihrer exzentrischen Großmutter in Berlin stellt sie das neue Leben zusätzlich vor ungeahnte Herausforderungen. Im Kampf um ihre Hoffnungen und Träume begegnet sie neben Intrigen und fiesen Machenschaften auch dem jungen Tontechniker William, der ihr Herz höher schlagen lässt. Doch dieser scheint ihr etwas zu verschweigen. Und stecken in dem Anhänger ihrer Mutter wirklich magische Kräfte – oder ist das nur ihr verzweifelter Wunsch, dass sich alles zum Guten wendet? Lilly muss zum ersten Mal kämpfen: um ihre Musik, ihre Liebe – und um ihr Leben.


Meine Meinung:

Erst einmal zum Cover, wie wunderschön ist das bitte? Tini Wider hat definitiv ein gutes Händchen bei der Auswahl des Designers bewiesen.
Zu den Charakteren: Lilly ist ein sympathisches Mädchen, dass auf einen Schlag praktisch alles verloren hat. Ihre Mutter, die an Krebs gestorben ist, dadurch auch ihr zu Hause und durch einen weiteren Schicksalsschlag ihren Ausbildungsplatz und muss nun zu ihrer Oma nach Berlin ziehen, die immer auf Achse ist. Da Lilly ein richtiges "Landei" ist fällt es ihr schwer, sich in der Großstadt zurecht zu finden.
Durch Zufall trifft sie Jamie, die nicht nur super nett zu ihr ist, sondern auch in einem Plattenlabel arbeitet. Sie ermutigt sie an einem Wettbewerb teilzunehmen, obwohl Lilly wirklich große Auftrittsangst hat. Insgesamt scheint sie die perfekte Freundin für Lilly zu sein.
William arbeitet ebenfalls im Plattenlabel, scheint sich aber nicht sonderlich für Lilly zu interessieren und sie selbst weiß auch nicht so genau, was sie von ihm will.
So weit so gut, Lilly beginnt sich nach und nach in Berlin einzuleben, alles scheint dem klassischen System eines NA Romans zu folgen, mit einem Hauch Magie durch Lillys Kette. Und dann kam der Plot-Twist, mit dem ich absolut nicht gerechnet hatte. Es braucht mittlerweile wirklich viel um mich in einem Buch noch zu überraschen und das dies Tini Wider wirklich gelungen ist, sagt schon viel über dieses Buch aus. Ich konnte das Buch danach nicht mehr aus der Hand legen.
Aber nicht nur das, sondern insgesamt wurde ich auch emotional sehr berührt von diesem Buch. Die Art und Weise wie zum Beispiel der Tod von Lillys Mutter aufgegriffen wurde, haben mich zum Nachdenken angeregt. Lustigerweise habe ich in Lillys Gitarrenbaulehrer zudem ein eigenes Stück Familiengeschichte wiedererkannt.
Um alles noch besser zu machen, handelt es sich bei "Ein Lied, mein Leben und was sonst noch schief gehen kann" auch noch um eine Märchenadaption. Ich liebe Märchenadaptionen. Es war also rundum purer Lesegenuss für mich.




Impressionen:


"Schau nach vorne, Lilly."


"."


Fazit:


Ein kurzweiliges Buch, das mich mit einem Plot-Twist wirklich überraschen konnte.




Autor:

Tini Wider, ursprünglich aus Österreich, lebt und arbeitet seit sechs Jahren im Westen Kanadas. Sie genoss eine Ausbildung zur Filmproduzentin an der Filmakademie Wien, wo sie auch das Fach "Drehbuch" belegte. Die Liebe zum Schreiben schlummerte seit vielen Jahren, nur um jetzt heftiger zu erwachen.

Sonntag, 13. September 2020

Rezension: Der Atlas der besonderen Kinder von Ransom Riggs

Titel: Der Atlas der besonderen Kinder







Originaltitel: A Map of Days








Autor: Ransom Riggs (USA)



Reihe/Band: Miss Peregrine #4


Kapitel: 19                                                     Seiten: 512


Verlag: Knaur


Erscheinungsdatum: 01.03.2019


Genre: Jugendbuch, Fantasy


Protagonist: Jacob Portman                          Spielort: Florida




Klappentext:

Miss Peregrine kehrt gemeinsam mit Jacob, Emma und den anderen besonderen Kindern in Jacobs Heimat Florida zurück. Gemeinsam versuchen sie, sich in die moderne Zeit einzufügen - inklusive langen Strandspaziergängen und anderen normalen Tätigkeiten. Doch die amerikanischen Zeitschleifen, in denen sich die Besonderen vor der Welt verbergen, sind noch weitgehend unerforscht und schon bald ist Miss Peregrine von der Idee fasziniert, einen Atlas der Schleifen anzufertigen. Dann findet Jacob heraus, dass sein Großvater Abe nicht alleine gegen die Monster gekämpft hat, die die besonderen Kinder jagen - und dass Abes Partner noch lebt. Aber auch altbekannte Feinde sind lebendiger, als es Jacob lieb ist...


Meine Meinung:

Obwohl zwischen dem dritten und vierten Band einiges an Zeit vergangen ist, hat der Verlag das Coverdesign nicht geändert: Ein großer Pluspunkt.
Auch Ransom Riggs Schreibstil konnte mich überzeugen, obwohl die Kapitel doch recht lang sind, kommt man, auch auf Grund seines Humors, gut hindurch.
Leider ist mir der Einstieg etwas schwer gefallen, es ist doch schon etwas her seit ich den dritten Band gelesen habe und so konnte ich mich praktisch an nichts mehr erinnern. Ich rate also dazu die Bücher eher in kürzerem Abstand zu lesen.
Jacob ist jetzt ungefähr 16 Jahre alt, aber es fällt mir sehr schwer, mir dass vorzustellen, ich weiß auch nicht warum. Gerade in Situationen, wo er mit Emma allein ist, kam es mir seltsam vor. Er versucht sich so dringend zu beweisen, was zeitweise etwas anstrengend ist.
Auch Emma ist nicht unbedingt mein Lieblingscharakter, sie hängt noch so sehr an Abe, dass Jacob total verletzt wird und auch die Handlung selbst immer etwas ins stocken gerät.
Die sympathischsten Charaktere sind die anderen besonderen Kinder. Ihr etwas unbeholfenes Verhalten in der Gegenwart und auch einfach ihre Persönlichkeiten sorgen für ein entspanntes Umfeld, was die etwas schwierigen Charaktere wieder ausgleicht.
Die Handlung selbst ist spannend und geht auch schnell vorbei, das Ende ist fast etwas zu schnell. Manche Anspielungen auf die vorigen Bände habe ich leider aus obengenannten Grund nicht richtig verstanden, was etwas schade, aber nicht zu ändern war.
Etwas enttäuschend fand ich die Wendung, die es mit Jacobs Eltern genommen hat. Ich verstehe aber, warum der Autor sich so entschieden hab. Die Handlung würde nicht funktionieren.







Impressionen:


"Nie zuvor habe ich so oft an meinem Verstand gezweifelt wie in jener ersten Nacht, als die Vogelfrau und ihre Schützlinge kamen, um mich vor der Irrenanstalt zu retten."


"."


Fazit:


Eine nette Fortsetzung, die aber zeitnah an die früheren Bände gelesen werden sollte.




Autor:

Ransom Riggs wuchs in einem kleinen Fischerdorf im südlichen Florida auf, einer Region, in der sich viele Amerikaner zur Ruhe setzen. Um nicht vor Langeweile zu sterben, begann er, in Musikbands zu spielen und mit seinen Freunden Filme zu drehen. Später studierte er in Ohio und Los Angeles Literatur und Filmproduktion. Ransom Riggs dreht heute Werbefilme für Firmen wie Absolut Vodka und Nissan und arbeitet als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf.





Reihe:

#1 Die Insel der besonderen Kinder
#2 Die Stadt der besonderen Kinder
#3 Die Bibliothek der besonderen Kinder
#4 Der Atlas der besonderen Kinder
#5 Das Vermächtnis der besonderen Kinder

Sonntag, 6. September 2020

Rezension: Zeitenchaos von Tini Wider

Titel: Zeitenchaos











Originaltitel: -






Autor: Tini Wider (Kanada)



Reihe/Band: Zeitenchaos #1


Kapitel: 31                                                     Seiten: 408


Verlag: hws 1. Suhler Kinderbuchverlag


Erscheinungsdatum: 01.07.2020


Genre: Jugendbuch, Fantasy


Protagonist: Pepper Tea                               Spielort: London




Klappentext:

Allen Liebeleien abgeschworen erlebt Pepper nach einem schmerzlichen Vertrauensbruch eine fantastische Reise durch London und die Zeit. Daran Schuld ist eine kleine harmlose Taschenuhr. Harmlos? Die Zeit spielt verrückt und Pepper versucht alles wieder geradezubiegen und verstrickt sich immer mehr in der Zeit. Die einzige Konstante in dieser verrückten Zeit ist der geheimnisvolle YouTube-Star Noah, der in Peppers Bauch die Schmetterlinge flattern lässt... 


Meine Meinung:

Das Cover ist schön gestaltet und greift Motive aus dem Buch auf.
Der Schreibstil ließ sich eigentlich gut Lesen, aber leider kamen die Worte "Schnepfe" und "Schnecki" ziemlich häufig vor, wenn man eine Abneigung gegen Worte entwickeln kann, dann habe ich sie gegen diese.
Pepper, die Protagonistin, ist ein junges Mädchen, das vor ihrem Exfreund aus dem Kaff Waterville nach London in die Großstadt flieht. Nach einiger Zeit schafft sie es dort Fuß zu fassen, findet eine kleine Wohnung und einen Job. Ich fand es sehr realistisch, dass sie erstmal bei einer Freundin unterkommt und erstmal trauern muss. Insgesamt sind die Charaktere in diesem Buch sehr realitätsnah, vor allem Lena ist sehr sympathisch. Lena und Pepper bleiben lange Zeit bei ihrem Freund, obwohl die Beziehungen bei beiden einen sehr ungesunden Touch haben.
Nur über Noah erfährt man leider nicht ganz so viel. Er studiert Musik und hat durch ein paar YouTube-Videos einen für ihn selbst unbeliebten Bekanntheitsgrad erlangt, aber richtig viel über sein Innenleben hat man leider nicht erfahren.
Wie funktioniert das mit den Zeitreisen? Eine gute Frage, die man selbst nach der Lektüre nicht beantworten kann. Eine Taschenuhr ist das Objekt mit dem in der Zeit gereist werden kann. Das eigene Ich in der Vergangenheit zu treffen ist wohl kein Problem, man wird einfach unsichtbar. Leider kann die Zeit, in die man reist nicht kontrolliert werden, zwar kann die Richtung bestimmt werden, aber der Endpunkt nicht.
Die Zeitparadoxen werden gut umschifft, als Leser wird man nicht überfordert, denn die Autorin wählt die einfachste Lösung.







Impressionen:



"Das Knattern von Eisenbahnschienen hatte immer schon einen einschläfernden Effekt auf mich gehabt."



"Und der junge Mann ist eine Art Nebenerscheinung?"


Fazit:



Eine sehr nette Zeitreise-Geschichte mit großem Potenzial für Band 2.



Autor:

Tini Wider, ursprünglich aus Österreich, lebt und arbeitet seit sechs Jahren im Westen Kanadas. Sie genoss eine Ausbildung zur Filmproduzentin an der Filmakademie Wien, wo sie auch das Fach "Drehbuch" belegte. Die Liebe zum Schreiben schlummerte seit vielen Jahren, nur um jetzt heftiger zu erwachen.



Reihe:

#1 Zeitenchaos
#2 Zeitenchaos 2



Montag, 31. August 2020

Rezension: Siren von Kiera Cass

Titel: Siren











Originaltitel: The Siren








Autor: Kiera Cass (USA)


Kapitel: 52                                                     Seiten: 368


Verlag: Fischerverlag


Erscheinungsdatum: 13.10.2016


Genre: Jugendbuch, Fantasy, Romance


Protagonist: Kahlen                                       Spielort: Miami




Klappentext:

Kahlens Familie kommt bei einem Schiffsunglück ums Leben. Sie selbst wird als Einzige gerettet - von drei betörenden jungen Frauen: Sirenen. Wunderschön und unsterblich. Von nun an ist Kahlen eine von ihnen. Scheinbar ein ganz normales Mädchen, doch ihr Leben gehört dem Meer. Jeder Mensch, der ihre Stimme hört, muss sterben. Und so schweigt sie. Bis sie Akinli begegnet, einem jungen Studenten, der Kahlen auch völlig ohne Worte versteht. Nach nur wenigen Stunden haben nicht nur ihre Herzen, sondern auch ihre Seelen zu einander gefunden. Und als Akinli schwer erkrankt, droht auch der unsterblichen Kahlen der Tod.



Meine Meinung:

Die Cover der Selection-Reihe waren wunderschön und das von Siren ebenfalls.
Das ganze Buch über kämpft Kahlen mit den Konsequenzen, die ihre Entscheidung sich der See zu verschreiben hat. Sie leidet viel mehr als ihre Schwestern unter den Schiffsunglücken.
Die Beziehung zwischen Kahlen und ihren Schwestern ist oft etwas verkrampft. Aisling gehört zwar theoretisch zu ihnen, lebt aber allein. Als Älteste versteht sie Kahlen noch am Besten, hat aber selbst Geheimnisse, die es schwer machen eine ehrliche Beziehung zu haben. Ihre anderen Schwestern können auf ihre volle Unterstützung bauen, machen sich aber selbst auch große Sorgen um sie.
Eine große Rolle spielt "Die See". Sie hat Kahlen in ihren Dienst genommen, wird aber durch ihre schroffe und harte Art und der Tatsache, dass sie die Siren zwingt zu töten, missverstanden. Allerdings hält sich Kiera Cass, was Informationen über ihre Hintergründe angeht, sehr zurück.
Akinli ist süß, so einen Freund würde sich jeder wünschen, witzig, verständnisvoll, etc. Zwischendrin versucht Kiera Cass ihm dann durch ein Familiendrama ein bisschen mehr Tiefe zu verleihen, was ihr aber nicht wirklich gelingt. Er bleibt der nette Junge von nebenan.
Kahlen empfand ich als etwas anstrengend. Ich selbst bin niemand der oft im Selbstmitleid versinkt und wenn, belaste ich damit nicht mein ganzes Umfeld. Sie und ihre Schwestern ziehen wegen ihr dauernd um, sie zwingt sie zur Selbstisolation, nur weil sie mit ihrem eigenen Dasein nicht zurecht kommt.
Was genau jetzt eigentlich die Handlung ist, kann ich im Nachhinein irgendwie nicht so genau sagen. Kahlen verliebt sich in Akinli, weiß aber, dass sie nicht zusammen sein können, insgesamt, sieht sie ihn dann noch zufällig zweimal und bekommt dann diese komische Krankheit. Alle Hintergründe bleiben unerklärt, am Ende weiß man eigentlich über die Welt der Sirenen genauso viel, wie nachdem man den Klappentext gelesen hat.
Der Schreibstil von Kiera Cass ist aber wie immer locker und witzig, passt aber nicht so wirklich zur Geschichte











Impressionen:




"Schon seltsam, woran man festhält, was einem im Gedächtnis bleibt, wenn alles endet."


Fazit:



Ein nettes Buch für zwischendurch, reicht aber nicht an die Selection-Reihe ran.



Autor:

Kiera Cass wurde in South Carolina, USA, geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Virginia. Mit ihren "Selection"-Romanen hat sie es weltweit auf die Bestseller-Listen geschafft. Wenn sie sich eine Krone wünschen dürfte, dann wäre sie "aus den (Freuden-)Tränen ihrer Leserinnen" gemacht.